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Perspektiven, die die Welt öffnen. Am Anfang war es eine Probe.
Ein leerer Theaterraum, ein paar Stühle auf der Bühne, der Geruch von Staub und Holz. Jemand probiert einen Satz aus, wieder und wieder. Eine Schauspielerin geht zwei Schritte nach vorne, bleibt stehen, sagt eine Zeile – und plötzlich verändert sich etwas im Raum. Ein Theaterraum ist im Grunde nichts anderes als ein leerer Raum, wie es Peter Brook in The Empty Space beschreibt: Mehr braucht es nicht, um Wirklichkeit zu erzeugen – ein Mensch, der handelt, und ein anderer, der
Guenter Joachim Disch
23. März3 Min. Lesezeit


Die Energie, die niemand kontrollieren kann
Deutschland importiert 97 Prozent seines Öls und 95 Prozent seines Erdgases. Jedes Jahr fließen rund 70 Milliarden Euro ins Ausland, um Energie zu kaufen, die wir selbst nicht besitzen. Das ist keine abstrakte Zahl. Es ist eine strukturelle Schwäche. Denn jedes Mal, wenn irgendwo auf der Welt ein Krieg ausbricht, eine Pipeline gesprengt wird oder Tanker eine Meerenge nicht mehr passieren können, wird diese Abhängigkeit sichtbar. Dann steigen die Preise. Nicht weil in Deutschl
Guenter Joachim Disch
23. März3 Min. Lesezeit


Der große Sieg gegen die Zukunft
Die 65-Prozent-Regel ist gefallen. Endlich. Deutschland kann wieder beruhigt schlafen. Keine lästigen Klimaziele mehr, keine unbequemen Investitionen, kein Blick auf das, was in zehn oder zwanzig Jahren sein wird. Stattdessen feiern wir uns für den „Sieg gegen das Heizgesetz“ – als hätte man gerade eine übergriffige Bürokratie besiegt und nicht die physikalischen Realitäten. Die Reform des Gebäudeenergiegesetz sollte nichts anderes als Planungssicherheit schaffen: Neue Heizun
Guenter Joachim Disch
21. März3 Min. Lesezeit


Ein Pazifist im Krieg – Über Verantwortung, Realität und das Zerbrechen von Gewissheiten
Zum Film: https://www.zdf.de/arte/arte/ein-pazifist-im-krieg---tagebuch-eines-ukrainischen-soldaten-movie-100.html Ein Pazifist im Krieg ist kein Film über Heldentum. Er ist ein Film über Verantwortung. Und über die brutale Realität eines Krieges, der Europa verändert hat. Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine wird viel gesprochen – über Waffenlieferungen, Diplomatie, Eskalation, Abschreckung. Der Film führt weg von diesen abstrakten Debatten und hin zu dem, was politisc
Guenter Joachim Disch
21. März2 Min. Lesezeit


Wehrhafte Demokratie oder liberale Selbstberuhigung? Eine Replik auf Martensteins Plädoyer im Thalia-Theater
Das Theater darf zuspitzen. Es darf simulieren, provozieren, verdichten. Doch wenn reale politische Fragen auf einer Bühne verhandelt werden, bleiben sie reale politische Fragen. Im „Prozess“-Projekt des Thalia Theaters wurde die Möglichkeit eines AfD-Verbots als fiktives Verfahren inszeniert. Harald Martenstein trat dort als Redner gegen ein solches Verbot auf. Sein Kernargument: Eine Partei mit Millionen Wählerstimmen zu verbieten, könne selbst demokratiegefährdend sein. Da
Guenter Joachim Disch
21. März2 Min. Lesezeit


Die Inszenierung der Kompetenz – wie Talkshows Verantwortung simulieren und Wahrheit verlieren
Es ist ein vertrautes Bild: ein runder Tisch, gedimmtes Licht, Wassergläser, ernste Gesichter. Talkshows gelten als Orte der demokratischen Auseinandersetzung, als Räume, in denen unterschiedliche Positionen aufeinandertreffen und Orientierung entstehen soll. Doch je genauer man hinsieht, desto deutlicher wird: Was hier inszeniert wird, ist weniger Diskurs als Legitimation durch Sichtbarkeit. Wer regelmäßig eingeladen wird, gilt irgendwann als kompetent. Nicht, weil seine Aus
Guenter Joachim Disch
21. März3 Min. Lesezeit


Nebelkerzen statt Lösungen - warum wir gerade am falschen Ende streiten.
Während in Davos über Klimaschutz, wirtschaftliche Stabilität und die Zukunft der Welt diskutiert wird, landen rund 160 Privatjets. Allein dieses Bild erzählt mehr über unsere Gegenwart als viele Reden. Dort fordern Wirtschaftslenker Verantwortung, Verzicht und Reformen. Gleichzeitig verlangen dieselben Kreise Steuererleichterungen für die Reichsten. Das ist kein Versehen – es ist Teil eines Systems. Ein Teilnehmer erinnerte kürzlich an Dwight D. Eisenhower, US-Präsident in d
Guenter Joachim Disch
20. März3 Min. Lesezeit


Europa, der schlafende Gläubiger.
Während Donald Trump mit Zöllen droht, Grönland ins Spiel bringt und die transatlantischen Beziehungen zur Realityshow degradiert, reagiert Europa vorhersehbar brav: mit Zolltabellen, WTO-Regeln und der immer gleichen Frage, welche Gegenzölle nun „angemessen“ wären. Man könnte meinen, wir lebten noch im 20. Jahrhundert, als Macht sich vor allem in Containerladungen und Handelsbilanzen entschied. Dabei liegt Europas eigentliche Macht längst woanders: im Kapital. Deutschland is
Guenter Joachim Disch
20. März2 Min. Lesezeit


Demokratie im Stand-by-Modus
Wir leben in einer Demokratie – formal betrachtet. Wahlen finden statt, Parlamente tagen, Gesetze werden beschlossen. Und doch beschleicht viele Menschen das Gefühl, dass Entscheidungen zunehmend über ihre Köpfe hinweg getroffen werden. Dass Politik etwas ist, das mit ihnen geschieht, nicht durch sie. Dieses Gefühl ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis eines strukturellen Rückzugs der Gesellschaft aus ihren eigenen demokratischen Institutionen. Deutschland hat über 84 Millione
Guenter Joachim Disch
20. März3 Min. Lesezeit


Bürokratieabbau auf dem Rücken der Beschäftigten.
Der Abbau des Arbeitszeitgesetzes hat mit Bürokratieabbau so viel zu tun wie Steuersenkungen für Milliardäre mit sozialer Gerechtigkeit: gar nichts. Das Arbeitszeitgesetz ist keine Verwaltungsvorschrift, kein Formularmonster, kein Genehmigungsverfahren. Es ist Schutzrecht. Es schützt Beschäftigte vor Überlastung, Ausbeutung und gesundheitlichen Schäden. Seine Abschaffung oder Aufweichung reduziert keine Bürokratie – sie verschiebt Machtverhältnisse. Was hier als „Flexibilisie
Guenter Joachim Disch
20. März1 Min. Lesezeit


Die Entwertung beginnt im Diskurs
Wenn Nikolaus Blome im Spiegel schreibt, Deutschland sei „viel zu nett“ und Arbeitslose wie Kriegsflüchtlinge könnten ihr Leben „à la carte“ wählen, dann ist das keine bloße Provokation. Es ist ein diskursiver Akt. Und wie Hannah Arendt immer wieder betont hat, beginnen politische Verwerfungen nicht mit Gewalt, sondern mit Sprache. Mit der Verschiebung dessen, was sagbar, denkbar und schließlich machbar wird. Der Ausdruck „à la carte“ ist dabei zentral. Er ersetzt Zwang durch
Guenter Joachim Disch
20. März3 Min. Lesezeit


Wer erzählt die Geschichte, bevor sie wahr ist.
Noch gibt es keine belastbaren Belege dafür, dass linke Gruppen für den Anschlag auf das Berliner Stromnetz verantwortlich sind. Das ist keine Schutzbehauptung, sondern der aktuelle Stand der Faktenlage. Die in Teilen der Berichterstattung bemühte „Vulkangruppe“ war seit Jahren nicht mehr aktiv und hat sich öffentlich von dem Anschlag distanziert. Allein dieser Umstand müsste journalistische Zurückhaltung erzwingen. Stattdessen erleben wir das Gegenteil: eine früh einsetzende
Guenter Joachim Disch
20. März2 Min. Lesezeit


Politische Diskreditierung und spätere Übernahme: Eine nüchterne Analyse der Wirtschaftspolitik von Ampel und Merz-Regierung
1. Ausgangspunkt: Personalisierte Kritik statt inhaltlicher Auseinandersetzung In der öffentlichen Debatte der Jahre 2022–2024 wurde die Wirtschaftspolitik der Ampel stark personalisiert. Robert Habeck wurde nicht primär anhand einzelner Maßnahmen kritisiert, sondern als Person infrage gestellt. Begriffe wie „schlechtester Wirtschaftsminister aller Zeiten“ oder abwertende Zuschreibungen seiner Kompetenz prägten den Diskurs. Diese Form der Kritik erschwerte eine sachliche Bewe
Guenter Joachim Disch
20. März2 Min. Lesezeit
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