
Über mich
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Wie ich arbeite
Ich verstehe Redaktion als Eingriff in den Denkprozess selbst. Texte sind für mich keine Oberfläche, die man glättet, sondern Auseinandersetzungen, die man ernst nimmt. Wenn Argumente schwach sind, werden sie geschärft. Wenn sie ausweichen, werden sie gestellt. Wenn sie sich hinter vertrauten Erzählmustern verstecken, lege ich sie offen.
Ich arbeite an politischen und gesellschaftlichen Themen – vor allem dort, wo Debatten kippen: wenn aus Zuspitzung Verzerrung wird, aus Meinung Desinformation und aus Streit gezielte Spaltung. Mich interessiert, was unter der Oberfläche passiert: welche Narrative wirken, welche Begriffe bewusst gesetzt werden und welche Wirklichkeit dadurch entsteht.
Sprache ist nicht neutral. Sie wird eingesetzt – strategisch, interessengeleitet, oft mit klarer Absicht. Wer schreibt, greift in gesellschaftliche Wirklichkeit ein. Wer redigiert, entscheidet mit darüber, wie präzise oder wie verzerrt dieser Eingriff ist.
Ich lege Wert auf Struktur, aber ich akzeptiere keine Argumente, die nur gut klingen. Ein Text muss tragen. Er muss Widerspruch aushalten. Und er darf sich nicht hinter vermeintlicher Ausgewogenheit verstecken, wenn diese in Wahrheit nur Unklarheit produziert.
Ich schreibe und redigiere nicht für die eigene Komfortzone. Mein Anspruch ist, auch diejenigen zu erreichen, die widersprechen – ohne meine Position zu relativieren. Verständlichkeit ist für mich kein Kompromiss, sondern Voraussetzung für Wirksamkeit.
Ich glaube nicht an Neutralität als Selbstzweck. In einer Zeit, in der demokratische Diskurse unter Druck stehen und gezielt verschoben werden, wird das Ausweichen zur Haltung oft selbst zum Problem. Texte müssen sich entscheiden – nicht laut, aber klar.
Mein Ziel ist es, Texte so zu entwickeln, dass sie nicht nur argumentieren, sondern etwas entgegensetzen: Vereinfachung, Verzerrung und Spaltung eine Sprache, die präzise ist, widerspricht und standhält.


